Vortragsreihe

Winterhalbjahr 2011/2012

Link zu den Vorträgen des FREAK

Naturschutz in Südbaden

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Gemeinsame Vortragsreihe des „Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz“ im WS 11/12 in Kooperation mit dem Naturmuseum Freiburg und der Universität Freiburg im Hörsaal des Instituts für Biologie I (Zoologie), Hauptstraße 1, Freiburg; sowie zwei Sondertermine in Ebringen und Ihringen.


Mittwoch, 26.10., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Prof. Dr. Ludwig Trepl

Geschichte der Ökologie und des Naturschutzes

Den Zusammenhang von Ökologie und Naturschutz sieht man im allgemeinen so: Nachdem die Ökologie neue Erkenntnisse über die Natur gewonnen hatte, entstand der Naturschutz aus einer Einsicht über die erkannten Zusammenhänge heraus. Tatsächlich entstand er aber nicht als „angewandte Ökologie“, sondern als Teil des Heimatschutzes. Es ging nicht um Umweltschutz und Naturressourcen, sondern um eine kulturelle Aufgabe. Naturschutz kann auch deshalb nicht einfach „angewandte Ökologie“ sein, weil diejenigen ökologischen Fragen, die für den Naturschutz besonders wichtig sind, in der Ökologie durch ihre ganze Geschichte hindurch höchst umstritten waren und sind.

Weiterführende Informationen

Mittwoch, 09.11., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Thomas Breunig

Baden-Württembergs Flora im Wandel – Kenntnisstand, Ursachen und Möglichkeiten eines Monitorings

Intensivstudium

Die Flora Baden-Württembergs hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert: Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens), Klebalant (Dittrichia graveolens), Indische Scheinerdbeere (Duchesnea indica) und Dänisches Löffelkraut (Cochlearia danica) haben das Land erobert; das Mexikanische Berufkraut (Erigeron karvinskianus) hat den Sprung über die Alpen geschafft und wächst nun auch am Bodensee, das ausgestorben geglaubte Nagelkraut (Polycarpon tetraphyllum) taucht in immer mehr Städten auf. Andererseits sind viele Ackerwildkräuter extrem selten geworden und manche Arten des Extensivgrünlands sind regional verschwunden wie zum Beispiel die Arnika (Arnica montana) im Odenwald.

Amaranthus deflexus

Wie genau kennen wir den Umfang dieser Veränderungen und was sind die Gründe dafür? Handelt es sich in allen Fällen tatsächlich um Arealveränderungen oder bei manchen Arten nur um einen veränderten Kenntnisstand? Und wie können wir mit reproduzierbaren Methoden den Zustand der heimischen Pflanzenwelt dokumentieren, um diese Fragen zukünftig besser beantworten zu können?


Sonntag, 20.11., 16 h, Oberes Foyer der Schönberghalle (Schulstr. 8) in Ebringen

Dipl.-Forstwirtin Tina Attinger, Prof. Dr. Albert Reif

Historische Waldnutzung und heutige Landschaft am Schönberg bei Freiburg

Mittwoch, 23.11., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Axel Mayer

Flächenverbrauch, Zersiedelung und „Verscheußlichung“ am Oberrhein

Herbholzheim

Das „Paradies am Oberrhein“, das Elsass, die Nordschweiz und Südbaden, die reiche, vielfältige Natur- und Kulturlandschaft...
Wer kennt sie nicht, die Buchtitel, Postkarten, die Bildbände und Kalender, die eine der schönsten und vielfältigsten Landschaften Europas beschreiben: Den Schwarzwald und die Vogesen mit Reben und Tannen, den Naturgarten Kaiserstuhl, den Breisgau, die sonnenverwöhnte "Toskana Deutschlands", der Sundgau, das elsässische Ried... Und doch gibt es auch massive Gefährdungen dieser Landschaft.

Während die Bevölkerung im Bundesgebiet abnimmt, boomt der Flächenverbrauch in Südbaden und insbesondere in der Rheinebene zumindest noch für einige Jahre. Flächen sparen wollen zwischenzeitlich die Politiker aller Parteien, doch die Realität sieht noch anders aus. Städte, Dörfer, Straßen und Einkaufsmärkte wuchern ins Gelände und entlang der Vorbergzone wachsen die Gemeinden zu einem hässlichen Siedlungsbrei zusammen. Die wenigen, erhalten gebliebenen historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit. Die Lebensqualität im zunehmend verbauten und verlärmten Transitland Oberrhein nimmt ab.
BUND-Geschäftsführer Axel Mayer wird in einem kurzen Vortrag die Probleme des Flächenverbrauchs und der Zersiedelung aufzeigen und Alternativen zu dieser Entwicklung mit dem Publikum diskutieren.

Flachwassertümpel
Anlage von Flachwassertümpeln in Kiesgruben - davon profitieren Kreuzkröte und Unke


Schutzprogramm für die Kreuzotter im Schwarzwald

Mittwoch, 7.12., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr.1

Klemens Fritz

Amphibien und Reptilien - Gefährdungen und Schutzmaßnahmen

Amphibien und Reptilien gehören zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen. Im Vortrag werden Rückgangsursachen und Gefährdungen ausgewählter Arten aufgezeigt und Maßnahmen vorgestellt, die in den vergangenen Jahren zum Schutz dieser Tiere im südbadischen Raum umgesetzt wurden.

Gruenlandvernässung
Vernässung von Grünland/Schaffung von Flachwasserbereichen Biotopverbesserung für den Laubfrosch

Mittwoch, 14.12., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Helmut Opitz

Gefährdung und Schutz der Avifauna von Südbaden

Im Mittelpunkt des Vortrags werden folgende Fragestellungen stehen:
Welche Veränderungen in der Avifauna hat es in den letzten 50 Jahren gegeben? Welche Arten sind verschwunden, welche neu dazugekommen? Welche Arten der Roten Liste Deutschlands, welche für den Vogelschutz prioritären Arten kommen in der Region vor, für welche haben wir eine besondere Verantwortung? Wie ist die Situation der Vögel in der Agrarlandschaft und dabei insbesondere die der Wiesenbrüter? Haben z.B. Großer Brachvogel und Kiebitz eine Überlebenschance? Bei allen angesprochenen Arten werden bestehende und potentielle Schutzbemühungen aufgezeigt. Mögliche Auswirkungen des Klimawandels werden diskutiert. Schwerpunkte des Vortrags werden die Vorkommen am Oberrhein und im Schwarzwald sein,während von der Baar und vom westlichen Bodenseegebiet nur die wichtigsten erwähnt werden.


HinterwälderHinterwälder bei Präg

Genista sagittalisFlügelginster (Genista sagittalis)

Ausdauernder Lein (Linum perenne)

 

Mittwoch, 18.1., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Prof. Dr. Angelika Schwabe-Kratochwil

Bedeutung der Beweidung für den Naturschutz

Viele unserer Kulturlandschaften, die hohe Pflanzen- und Tierartendiversität aufweisen und „hot spots“ dieser Diversität darstellen, verdanken ihre Existenz und die Bewahrung hoher Diversität extensiven Beweidungssystemen. Dazu gehören z. B. die Extensiv-Weidfelder des Schwarzwaldes und der Vogesen, die Halbtrockenrasen-Landschaften z. B. der Juragebirge, aber auch hoch gefährdete Trocken-Pionierfluren und -Rasen auf basenreichen Sanden z. B. in der nördlichen Oberrheinebene. Bei fehlender Pflege setzen Sukzessionsprozesse ein, deren Geschwindigkeit im Vortrag aufgezeigt wird.

Der Vortrag widmet sich vor allem Prozessen, die durch Beweidung ermöglicht werden, vor allem am Beispiel von Schafbeweidung (z. T. auch Eselbeweidung) in der nördlichen Oberrheinebene, aber auch der Rinderbeweidung im Schwarzwald. Solche Effekte sind z.B.: Reduktion konkurrenzkräftiger Grasartiger (Süßgräser, Seggen) durch Beweidung und Förderung konkurrenzschwacher gefährteter Pflanzenarten, Ausbreitung von Samen und Früchten gefährdeter Pflanzenarten im Fell und Magen-Darm-Trakt und anschließende Etablierung. Letzteres konnte im Falle von Schafbeweidung fragmentierter Flächen untersucht werden. Besonders eindrucksvoll ist die Enstehung sehr spezifischer, kulturhistorisch gewachsener Vegetationsmosaike z. B. im Schwarzwald, die ihre Existenz extensiver Beweidung verdanken. Ein neuer Ansatz ist, in fragmentierten Gebieten die schutzwürdigen Flächen durch Restitution (Restauration) wieder zu vergrößern, um gefährdeten Pflanzen- und Tierarten den Aufbau größerer Populationen zu ermöglichen. Auch hier spielt Beweidung eine zentrale Rolle für das Langzeit-Management.

Schließlich geht es auch um Fragen der Vereinbarkeit von Naturschutz und agrarökologischen sowie ökonomischen Aspekten. Dies kann am Beispiel von einem Schaf-Weidesystem in der nördlichen Oberrheinebene aufgezeigt werden.

Insgesamt ergibt sich ein differenziertes Bild der Beweidungseffekte, das stark abhängig ist vom jeweiligen Ökosystem-Typ.

Schahfherde am Oberrhein

Süß, K., Storm, C. Schwabe, A. (2011): Ried und Sand: Biotopverbund und Restitution durch extensive Landbewirtschaftung. Naturschutz und Biologische Vielfalt 110. 1-342. Bundesamt für Naturschutz. Bonn-Bad Godesberg. Bezug über BFN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag 48084 Münster Tel. 0 25 01/ 8 01 24 82

Weiterführendes Link


Freitag, 20.1., 19 bis 21 Uhr 30, Ratssaal (Bachenstraße 42) in Ihringen

Prof. Dr. Andreas Lechner

Das Wasenweiler Ried am Fuße des Kaiserstuhls - ein Archiv der Landschaftsgeschichte von überregionaler Bedeutung

 

Peter Lutz, Landesnaturschutzverband

Das Wasenweiler Ried und seine Bedeutung für den Naturschutz

Das Wasenweiler Ried zwischen Wasenweiler und Gottenheim ist das letzte noch intakte, größere Niedermoor der Oberrheinebene. Das über 100 ha große, von einem Grabensystem durchzogene Gebiet mit nassen Seggenwiesen und strukturreichem Feuchtwald ist ein außergewöhnlicher Lebensraum mit zahlreichen Feuchtgebietsarten, die sonst nirgendwo im Breisgau zu finden sind.
Die Planungen zum Weiterbau der B 31 von Gottenheim nach Breisach gefährden allerdings das Wasenweiler Rieds sehr, da die Straße mitten durch das Zentrum geführt werden soll.
Peter Lutz stellt in seinem Vortrag im Naturzentrum Kaiserstuhl des Schwarzwaldvereins in Ihringen die Flora und Fauna des Rieds vor und berichtet über die bisherigen Schutzbemühungen des Landesnaturschutzverbandes, Arbeitskreis Freiburg.

Mittwoch, 1.2., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Prof. Dr. Volkmar Wirth

Indikator Flechte - Naturschutz aus der Flechtenperspektive

Cladonia rangiferina

Flechten haben eine andere Konstitution und Lebensweise als Blütenpflanzen und ermöglichen daher oft eine erweiterte Beurteilung der ökologischen Gegebenheiten. Ein Natur- und Biotopschutz, der anstrebt, die in unserer Umwelt vorhandene Vielfalt an Arten und Standortqualitäten möglichst umfassend zu repräsentieren, sollte Flechten nicht außer Acht lassen. Der Vortrag zeigt, dass auch ohne spezielle Artenkenntnis wichtige Flechtenhabitate erkannt und gesichert werden können. Darüber hinaus vermitteln die Bilder einen Eindruck von der Attraktivität vieler Arten.


Mittwoch, 15.2., 20 Uhr c.t. bis 21 Uhr 30 HS Zoologie, Hauptstr. 1

Prof. Dr. Werner Konold

Die Zukunft südwestdeutscher Kulturlandschaften zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Seminar "Vegetationsstudien in Südamerika"

Ökologie und Dynamik von Wäldern in Südamerika

Mittwoch, 25.1.2012, 14 – 18 h, Universität Freiburg, Herderbau, Tennenbacher Str. 4, R 400 (4. Stock)

Halbtägiges Seminar, in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und dem Badischer Landesverein

14 h 15 – 15 h:

Dr. Rainer Zimmermann, Universität Hohenheim

Ökologie extrem saisonaler Trockenwälder in Peru

15 h – 15 h 30

Osvaldo Vidal

Landschaft und Vegetation im Nationalpark „Torres del Paine“ (Chile) und ihre Gefährdung

15 h 30 – 16 h

Juan Carlos Montero

Standorte und Vegetation der Auen des Rio Negro, eines Schwarzwasserflusses in Brasilien

16 h – 16 h 30
Kaffeepause

16 h 30 – 17 h

Jan Bannister

Möglichkeiten der Restoration von Pilgerodendron uviferum-Wäldern auf der Insel Chiloe, Chile

17 h – 17 h 30:

Rodrigo Vargas

Gefährdung der endemischen „Myrtisilva“-Wälder durch invasive Pflanzenarten auf der Robinson Crusoe-Insel, Chile

17 h 30 – 18 h:

Cristabel Duran

Regeneration durch Lückendynamik in Nebelwäldern der Sierra de Lema, Venezuela



Bitte an die Referenten




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